Chronik des Harzklub-Zweigvereins Pöhlde am Harz

Auf Einladung des Kaufmanns Heinrich Thiele fand die Gründungsversammlung des Harzbund e.V., Heimat- und Wanderbund, Zweigverein Pöhlde (Harz) am 16. Oktober 1947 in der Gastwirtschaft Bernhard Dietrich in Pöhlde statt. In den ersten Vorstand wurden auf dieser Veranstaltung folgende Wanderkameraden gewählt:

1. VorsitzenderHeinrich Thiele (Kaufmann)
SchriftführerEdwin Huth (Autoschlosser)
SchatzmeisterAlbert Thiele (Maschinenschlosser)
Wander- und WegewartPaul Hemmers (Revierförster)
PressewartOtto Zander (Schriftsetzer)
BrauchtumswartLiesel Fischer (Lehrerin)

Die Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden, Schriftführer und Schatzmeister wurde für später vorbehalten.

Die ersten Jahre standen ganz im Zeichen des Aufbaus und der Mitgliederwerbung. Die Veranstaltungen des Gesamtharzklubs wurden bereits besucht. Mit dem Bau von Ruhebänken und der Instandsetzung von Wanderwegen begann man bereits im Sommer 1948. Der 1. Harzer Heimattag fand in Pöhlde am 4. Dezember 1948 statt.

Der Abend wurde von Harry Brandt und seiner Brauchtumsgruppe gestaltet.

Am 25./26. Juni 1949 konnte man im Rahmen eines Heimatfestes auf dem Rotenberg erstmalig die Heimat- und Brauchtumsgruppe des Zweigvereins Pöhlde der Öffentlichkeit vorstellen. Ein besonderer Höhepunkt dieses Festes war die Uraufführung des Pöhlder Heimatliedes, dessen Text von dem ehemaligen Lehrer Hubrich stammt und dessen Vertonung der Wanderkamerad Werner Schulz übernahm.

Anlässlich der Hochzeit, des späteren und langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Gropengießer und Frau Ilona, geb. Steinmetzer, am 9.12.1949 wurde erstmals eine Zimmertanne, als Geschenk des Harzklubs überreicht. Der Verein machte es dann zur Tradition, allen Vereinsmitgliedern zur Eheschließung das Symbol das Harzklubs "Die grüne Tanne“ zu schenken.

In der Hauptversammlung des Vereins am 5. März 1950 wurde durch geheime Wahl der bisherige 2. Vorsitzende Paul Hemmers zum 1. Vorsitzenden gewählt, der dieses Amt dann ununterbrochen bis April 1960 ausübte. Wanderkamerad Hemmers hat mit Geschick und großem persönlichem Einsatz das heutige Bild des Zweigvereins entscheidend mitgeprägt.

Bedingt durch die Kriegsereignisse war es der Schützengesellschaft in den ersten Nachkriegsjahren noch nicht wieder möglich, das Schützenfest in eigener Regie durchzuführen. Auf Grund dieser Tatsache sah sich der Harzklub-Zweigverein veranlasst, in Wahrung der Jahrhunderte alten Tradition Pfingsten 1950 (28. und 29. Mai) ein Heimat- und Trachtenfest zu veranstalten. Es wurde für den Kommersabend, sowie für den 1. Festtag ein Eintrittsgeld von 50 PF und am 2. Festtag von 30 PF erhoben. Insgesamt wurden DM 720,40 vereinnahmt, demgegenüber ein Ausgabebetrag von DM 198,60 stand. Es war, ein Überschuss von DM 521,80 zu verzeichnen, der für die Beschaffung von Anzug- und Trachtenstoffen verwendet wurde.

Im Sommer 1950 wurde mit der Einstudierung von Volkstänzen unter der Leitung eines Volkstanzlehrers begonnen. Da nicht immer ein geeigneter Raum zur Verfügung stand, gestattete der Schmiedemeister Gustav Heidelberg, die Übungsabende in seiner Feldscheune beim Sportplatz durchzuführen. Geübt wurde auch in der Gaststätte zum Bahnhof. Dann wurde die Post zum Vereinslokal.

Der Höhepunkt 1952 war aber zweifellos die "Tausendjahrfeier" der Gemeinde Pöhlde, vom 17. ‑ 25. Mai 1952. Der große historische Festzug mit Darstellungen aus der Geschichte des Dorfes wurde von etwa 12.000 Personen umsäumt. In diesem Festzug stellte der Zweigverein Pöhlde die geschichtliche Begebenheit "Das Gottesurteil im Königsmord" bildlich dar. Außerdem war eine Trachtengruppe des Vereins im Festzug zu sehen.

Im Rahmen der Sternwanderung 1952 trafen sich am Himmelfahrtstage 20 Heimatgruppen des Gesamtharzklubs mit etwa 600 Wanderkameradinnen und Wanderkameraden an der Rhumequelle. Nachdem der 1. Vorsitzende Paul Hemmers einen geschichtlichen Abriss über das 1000jährige Pöhlde gegeben und Einzelheiten der Rhumequelle erläutert hatte, führte die Wanderung über "König Heinrichs Vogelherd" nach Pöhlde.

Schon zum Bergfest 1949 und 1952 sowie zur 1000 Jahrfeier gab unser Mitbegründer Otto Zander Festschriften mit der Pöhlder Geschichte heraus. Auch schrieb er Bücher über die Rhumequelle und unsere ruhmreiche Vergangenheit. Großes leistete unser Wanderkamerad mit der Herausgabe des Buches "Historische Streifzüge durch den Südharz" 1971.

Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel an der 1000 jährigen Gerichtslinde fand am 15. Mai 1952 unter Mitwirkung des Zweigvereins statt.

Zum Heimatabend am 12.02.1955 trat erstmalig eine ins Leben gerufene Instrumentalgruppe, zusammen mit der Heimat-, Jugend- und Kindergruppe auf. Am 7.10.1955 besuchte ein Aufnahmeteam des NWDR einen Übungsabend des Zweigvereins. Die Sendung wurde einige Tage später ausgestrahlt.

Auf dem Rotenberg, in der Nähe der alten Burgstelle, errichteten Mitglieder des Vereins am 14. Juli 1957 eine Schutzhütte.

Am 28. und 29.06.1958 feierte der Verein verspätet sein 10jähriges Bestehen. Höhepunkt dieser Veranstaltung war die Fahnenweihe am 29.06.1958. Dieses Fest sollte wieder ein Bergfest werden. Der Platz innerhalb der Wallburg war hergerichtet. Zelte und Verkaufsbuden wurden aufgestellt. Da machte uns der Wettergott einen dicken Strich durch unsere Rechnung. Es goss in Strömen. - Was nun ? -

Das Zelt musste wieder vom Berg. Der neue Festplatz war im Garten der Gastwirtschaft "Zur Post". Viele Pöhlder Fuhrleute stellten sich und ihre Gespanne zur Verfügung um in halsbrecherischer Fahrt die schweren Gegenstände zu Tal zu befördern. Hut ab vor dieser Leistung!!

Es wurde dann doch noch ein schönes Fest im Garten "Zur Post".

Initiative des damaligen 1. Vors. Paul. Hemmers wurde im Herbst 1958 mit dem Bau des Jugendheims begonnen. Die Grundsteinlegung fand 1958 statt und das Richtefest konnte im Januar 1959 gefeiert werden. Die Fertigstellung, des von der Pöhlder Einwohnerschaft in freiwilliger Gemeinschaftsarbeit errichtete Gebäude erfolgte im Dezember 1959. Am 22. Januar 1960 wurde das Jugendheim eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Im April stellte Paul Hemmers sein Amt als 1. Vors. zur Verfügung. Wilhelm Gropengießer, der lange Jahre 2. Vors. war, wurde sein Nachfolger. Paul Hemmers wurde von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Seit 1950 veranstaltete der Verein in jedem Jahr Heimatabende, die zur Pflege des Harzer Volksliedes und Brauchtums dienten. Diese Veranstaltungen fanden nicht nur in Pöhlde, sondern auch in benachbarten Orten statt.

Bei der Gründungversammlung des Harzklub-Zweigvereins Rhumspringe, hat der Zweigverein Pöhlde das Rahmenprogramm gestaltet.

Ab 1960 wurde die Gastwirtschaft Andres zum Vereinslokal des Harzklubs.

1965 zeigte das NDR Fernsehen in der Nordschau Ausschnitte aus der Arbeit des Zweigvereins Pöhlde. In den folgenden Jahren galt als Hauptaufgabe die Belebung und Festigung der Brauchtumsgruppe. Regelmäßige Einsätze im Jugendwaldlager, vor in- und ausländischen Gruppen, wurden verzeichnet. Ein weiterer Hauptpunkt war in diesem Jahr die Neuanlage und Beschilderung von Wanderwegen.

Ferner bemühte man sich um finanzielle Unterstützung der gesamten Harzklubarbeiten beim Hauptverein, wobei man jedoch leider keine Erfolge verzeichnete. Daraufhin musste man eine Beitragserhöhung beschließen. Die Beiträge wurden auf monatlich DM 1.-- pro Mitglied festgesetzt. Familienmitglieder zahlten DM -,50, da in Zukunft ein hoher Betrag an den Hauptverein abgeführt werden musste.

Am 11. April 1969 verstarb der Wanderkamerad Heinrich Thiele. Er war bis zu einem Tode im Vorstand tätig und galt als der eigentliche Gründer des Harzklubs Pöhlde. Heinrich Thiele hatte viel für den Verein getan.

Der Hauptvorstand besuchte erstmals am 4. Februar 1972 den HZV Pöhlde, da bei dieser Jahreshauptversammlung die Besprechung der 78. Jahresversammlung des Hauptvereins anlässlich des Jubiläums erörtert wurde.

Vom 8. - 10. Juli 1972 feierte der HZV Pöhlde sein 25 – jähriges Stiftungsfest ganz groß, wobei eine größere Beteiligung der Harzklub - Zweigvereine bei der 78. JHV des Hauptvereins beobachtet werden konnte. Samstagabend war ein großer Harzer Heimatabend mit den Pöhlder Vereinen, Erich Storz und die Brockenhexen in einem überfüllten Zelt.

Es konnten viele namhafte Gäste hierbei begrüßt werden. Am Sonntagvormittag erfolgte der Empfang der Wimpelgruppe aus Braunlage. Anschließend fand die Festversammlung statt. Mittags setzte sich ein großer Festzug durch die Ortschaft in Bewegung. Die besondere Attraktion unter den vielen Wandergruppen und Vereinen war die erstmals in Pöhlde anwesende jütländische Folkloregruppe aus Randers. Am Ende des Umzugs fand die öffentliche Wanderkundgebung, die von der Dt. Wanderjugend, Heimatgruppen des Harzklubs und der jütländischen Folkloregruppe gestaltet wurde, statt.

In unserer Zeitschrift "Unser Harz" wurde berichtet:

Zugleich beging der Zweigverein Pöhlde die Feier des 25 jährigen Bestehens, ein Ereignis, an dem eine ganze Dorfgemeinschaft in kaum je zuvor erlebter Geschlossenheit teilnahm.

Hier wurde der Begriff der Heimat, den unsere neunmalklugen Soziologen schon aus dem Lexikon gestrichen haben, in greifbare Wirklichkeit, in tätiges Leben umgesetzt. Wer - wie der Berichterstatter - schon am Vorabend in Pöhlde eintraf, bemerkte, wie überall, Haus für Haus, Hand angelegt wurde um junge Birken aufzustellen, Girlanden anzubringen oder die sauberen Straßen noch sauberer zu fegen.

Am Sonnabendmorgen war es dann so weit: blitzblank und -festlich geschmückt erwartete Pöhlde seine Gäste, die nun auch in unerwartet großer Zahl eintrafen.

Noch nie waren die Tagungen der Fachwarte derart gut besucht.

Hervorgehoben wurde auch in der Zeitschrift der gemeinsame Gottesdienst beider Konfessionen, in den Johannes - Servatius Kirche zu Pöhlde. Herr Pastor Gierth sprach gekonnt in seiner Predigt über das Thema: "Harzklubarbeit im Lichte des biblischen Schöpfungsauftrages". Die gesamte Predigt wurde in der Zeitschrift abgedruckt. Dr. Claus, aus Hannover, hielt den Festvortrag über das Thema: "Archäologische Forschungen in Pöhlde und im südwestlichen Harzvorland".

1972 wurde die Bühne im Saal des Vereinslokals Andres neu neuhergerichtet. Seit dieser Zeit bekommt die Kinder- und Heimatgruppe zur Weihnachtsfeier ein Essen vom Wirt.

15 Ruhebänke wurden im Ort und in der näheren Umgebung aufgestellt.

Die Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe konnte am 3. Oktober 1972 verzeichnet werden. Im folgenden Jahr veranstaltete der Zweigverein eine erste öffentliche Maiwanderung, die von da an jährlich zum 1. Mai wiederholt wird.

Zur Freude der Gäste auf dem Grillplatz, wird der Harzklub immer vom Männergesangverein Concordia, Frauenchor Pöhlde, Spielkreis und dem Spielmannszug musikalisch unterstützt.

Unvergessen für alle Beteiligten, war die Wanderung von Pöhlde aus nach Harlingerode zur Sternwanderung. 23 Personen machten sich mit dem Wimpel auf den Weg. Seit dieser Zeit geht fast jedes Jahr eine Wimpelgruppe auf Schusters Rappen zur Sternwanderung.

Die Brauchtumsgruppe feierte ihr 25jähriges Bestehen am 23. März 1974, wobei wieder zahlreiche Ehrengäste und geladene Vereine begrüßt wurden. Die Feier fand im Saal der Gastwirtschaft Andres statt.

Anfang des Sommers begann die Arbeit für den Grillplatz auf dem Rotenberg. Diese Baumaßnahme konnte im Herbst fertiggestellt werden. Es entstand eine aus Bruchsteinen gemauerte Feuerstelle, sowie ein Grill. Schmiedemeister Willi Thiele, ebenfalls Wanderkamerad, besorgte die Metallarbeiten. Willi Thiele und Werner Ohnesorge die Bruchsteinarbeiten. Bei dieser Arbeit wurde gleichzeitig ein Zementfußboden in der Schutzhütte, die in unmittelbarer Nähe liegt, gefertigt.

Wolfgang Huth wurde in den Hauptvorstand, als Hauptheimatgruppenwart und stellv. Schriftführer, berufen.

Auch 1975 war der HZV sehr aktiv. Die Grillstätte und die in der Nähe befindlichen Sitzgruppen bekamen eine Überdachung. Zum Bau der Überdachung haben viele freiwillige Helfer beigetragen. Das Holz stellte uns, wie immer, die Pöhlder Fortgenossenschaft kostenlos zur Verfügung. Geschlagen haben wir die Stämme selbst. Das Langholz brachten uns die Fuhrleute Heidelberg und Ohnesorge, mit Pferdegespann, in das Sägewerk von unseren Wanderkameraden Dora und Gustav Thiele. Alle Holzarbeiten, die bei uns anfallen, werden im Sägewerk wohlwollend und kostenlos erledigt. Die Zimmererarbeiten übernahmen Hermann Wesemeier, Hermann Höltig und Gustav Thiele. Die Bedachung machte uns Wanderkamerad Horst Kumm.

(Für das elektrische Licht sorgten Wanderkamerad Siegfried Seibold und Wolfgang Immisch. Sie spendeten auch das Material. Den Stromanschluss verdanken wir Altlandrat Albert Ohnesorge).

Alle Helfer waren mit Essen und Trinken zufrieden. Unsere Wanderkameraden packten bei allen Arbeiten kräftig mit an. Die Pöhlder Nörgelbrüder und der Kaninchenzuchtverein F 71 stellten Sitzgruppen auf dem Grillplatz auf.

Zur alljährlichen Maifeier konnten wir Marianne Vasel, Marianne Opitz und Erich Storz 1975 begrüßen.

An dieser Stelle sollten auch mal die Gönner unseres Vereins genannt werden:

Forstgenossenschaft, Realgemeinde, Sägewerk Spieß, Dachdeckerbetriebe Kumm und Leunig, Baugeschäft Heise, Schmiedemeister W. Thiele, Kieswerk Gropengießer, Landkreis Osterode, Stadt Herzberg, Harzkurier, Volksbank Südharz, Sparkasse im Kreis OHA Herzberg, Dr. Bohle sowie unser Vereinslokal Andres.

Willi Jakob stellt jedes Jahr Tische, Bänke und Verkaufsstände zur Verfügung.

In der 1976 stattgefundenen Jahreshauptversammlung beschloss man, den Zweigverein im Vereinsregister eintragen zu lassen. Hierbei wurde auch eine eigene Satzung besprochen.

Im kommenden Jahr unternahm die Brauchtumsgruppe ihre erste Auslandsfahrt nach Jütland (Dänemark).

Die Einmütigkeit im HZV Pöhlde zeigte sich erneut am 20.04.1977, als wieder in selbstloser Weise alle Ortsbewohner und Gäste eine Freilichtbühne auf dem Rotenberg zur Fertigstellung kam. Die Betonarbeiten wurden kostenlos von der Firma Heise ausgeführt.

im Kreise der Vereinsfamilie konnte das 30 jährige Bestehen des HZV begangen werden. Ein großes Ereignis war ferner, der Auftritt mit Maria Hellwig im Lonautal.

Der Ehrenvorsitzender Paul Hemmers verstarb am 6. April 1978. Der Verein verlor in ihm den Mitbegründer und einen Mann, der sich seit der Vereinsgründung sich um dieses verdient gemacht hat. In Pöhlde hat sich Paul Hemmers schon zu Lebzeiten, mit dem Bau des Jugendheimes, ein Denkmal gesetzt.

Erfreuliches konnte der HZV auch verbuchen. Die dänische Folkloregruppe kam zu einem Gegenbesuch nach Pöhlde.

Zur Maifeier, auf dem Grillplatz, war hoher Besuch eingetroffen. Der niedersächsische Innenminister Rötger Groß und der MDL Willi Döring überbrachten Grußworte.

Als besonderes Ereignis im Jahre 1979 ragten folgende Veranstaltungen heraus. Im März wurde der 30 jährige Geburtstag der Brauchtumsgruppe gefeiert. Ein Auftritt bei der Bundesgartenschau in Bonn fand großen Anklang bei Mitgliedern und Besuchern im Sommer. Ferner pflanzte der Verein am 9.9.1979 um 9.09 Uhr eine neue Zigeunereiche an historischer Stelle in Weihnhagen (Pöhlder Forst).

Der Ort Pöhlde bekam im Juli hohen Staatsbesuch. Am 13. Juli 1980 machte der Bundespräsident Carl Carstens, während seiner Wanderung durch die Bundesrepublik, auf König-Heinrichs Vogelherd Rast. Er wurde von der Brauchtumsgruppe musikalisch empfangen und unterhalten.

Anfang Juli 1981 fand wieder ein Zusammentreffen mit der jütländischen Folkloregruppe aus Randers statt. Der Gegenbesuch erfolgte gleich anschließend am Ende des Monats.

1982 feierte die Wanderkameradin Frau L. Hemmers, in Holzerode, ihren 70. Geburtstag. Die Heimatgruppe überbrachte musikalische Geburtstagsgrüße. Am 1.05.1949 trat Frau Hemmers als 66. Mitglied in den HZV ein. Ganz bescheiden aus dem Hintergrund, leitete sie die Heimatgruppe. Sie übte Lieder, Tänze und Theaterstücke ein. Sie entwarf Trachten für die Gruppe, wovon die Mädchentracht bis heute unverändert ist. Frau Hemmers legte schon 1949 den Grundstein für die Gruppe, die heute auf allen Bühnen auftreten kann. Der Verein ist ihr sehr zu Dank verpflichtet.

Als bauliche Maßnahme, errichteten Mitglieder des Vereins, in diesem Jahr einen Kinderspielplatz auf der Wallburg.

"Das 1000 jährige Pöhlde singt und klingt" heißt die Kassette, die der HVZ im Sommer 1983 aufgenommen hat. Ebenfalls wurde eine Postkarte erstellt. Ein ganz besonderer Höhepunkt stellte die Liveübertragung des Rundfunks, unter Mitwirkung des HZV, vom Plattdeutschen Dorfabend aus Pöhlde, dar.

Am 20.02.1983 verstarb unser Pressewart Julius Siegert. Über Jahrzehnte begleitete uns "Onkel Julius" und schrieb mit Freude unsere Presseberichte. Er fotografierte und filmte alles, was mit dem Verein, mit Pöhlde, der Natur und der Pöhlder Geschichte zutun hatte. Auch Julius Siegert hat sich um Pöhlde und dem HZV verdient gemacht.

1984 besuchte der Verein seine dänischen Freunde.

Bei einer plattdeutschen Hausschlachtung, die vom NDR übertragen wurde, konnte man auch viele Lieder unserer aufgenommenen Kassette hören.

Nach 25 jähriger, vorbildlicher, Vorstandsarbeit ging eine Ära zu Ende!!

Der 1. Vorsitzende Wilhelm Gropengießer legte sein Amt in die Hände eines Nachfolgers. Dieses geschah in einem feierlichen Rahmen, anlässlich der JHV, mit vielen geladenen Gästen. Wilhelm Gropengießer hat mit Geschick, Umsicht und großem, persönlichen Einsatz den Verein geleitet. Er hat es immer verstanden Wogen zu glätten und Schaden von dem Verein fern zu halten. Während seiner Amtszeit, als 1. Vorsitzender hat er den HZV weiter nach oben geführt. Wilhelm Gropengießer hat sehr viel für den Verein geleistet. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Noch im selben Jahr wurde er 1. stellv. Hauptvorsitzender des Gesamtharzklubs.

Nach Wilhelm Gropengießer übernahm Rolf Zander 1985 den 1. Vorsitzenden. Gerda Hüttig wurde zur Heimatgruppenwartin gewählt. Mit ihr bekam die Heimatgruppe viel Neues. Gerda schrieb selbst Lieder, Tänze und Jodler. 1986 waren wir nach Dänemark eingeladen. Es waren mal wieder sehr schöne Tage in Randers.

Zum 100 jährigen Bestehen vom HZV Seesen, wurde vom HZV Pöhlde etwas Besonderes geboten. Beim historischen Umzug nahm der Verein mit einem pferdebespannten Leiterwagen voller Getreide, teil. Das Getreide wurde vorher mit Mähmaschine und Binder abgemacht.

Im darauffolgenden Sommer kamen die Volkedänzer Alükke, aus Randers, nach Pöhlde.

Rolf Zander schied bei der JHV 1988 aus dem Vorstand aus. Neuer 1. Vorsitzender wurde der bisherige 2. Vorsitzende Wolfgang Huth. Unter seiner Verantwortung wurde vom HZV Pöhlde die Vereinswoche vom 12. bis 18.06.1988 mit einer Disco für junge Leute, erfolgreich, durchgeführt. Aus beruflichen Gründen, legte Wolfgang Huth, nach 1 Jahr, sein Amt nieder und Anni Großkopf (2. Vors.) wurde Anfang 1989 zur 1. Vorsitzenden gewählt.

Nach der Grenzöffnung 1989 knüpfte man freundschaftliche Bande mit den Zweigvereinen aus Niedersachswerfen und Heringen. Bei Veranstaltungen wurden Besuche und Gegenbesuche gemacht.

In der JHV v. 7.03.1992 musste Anni Großkopf wegen einer schleichenden Krankheit den 1. Vorsitzenden aufgeben. Sie wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. Als neuer 1. Vorsitzenden begrüßte der Verein Rüdiger Herzberg.

Am 28.09.94 verstarb unsere langjährige Wanderkameradin Anni Großkopf und Dieter Heidelberg übernahm den 2. Vorsitzenden.

Im Sommer 1996 legte die Heimatgruppenwartin Gerda Hüttig ihr Amt kurzfristig nieder und ließ die Heimatgruppe mit bestehenden Veranstaltungsverträgen sitzen.

Mit großer Anstrengung und der Mithilfe von Gertrude Althaus, Anja Lange und Rolf Zander, konnte die Gruppe alle Auftritte durchführen und wieder neue Heimatabende annehmen.

Die Generalversammlung am 23.02.1997 brachte wieder eine Überraschung. Rüdiger Herzberg (1. Vorsitzender) legte sein Amt nieder. Zum Nachfolger wurde der 2. Vorsitzende Dieter Heidelberg benannt.

Rolf Zander wurde 2. Vorsitzender und Gertrude Althaus einstimmig Heimatgruppenwartin. Die Gruppenarbeit verlief wieder normal und die Heimatgruppe konnte wieder auf allen Bühnen auftreten. Wilhelm Gropengießer, der Ehrenvorsitzende führte bei allen Veranstaltungen der Gruppe gekonnt durch das Programm.

Für die Jahre 1989 bis 1996 muss bemerkt werden, dass es nicht die Besten für den Zweigverein waren.

Zusammenfassend noch einige Worte

Der HZV steht fest im Pöhlder Vereinsleben - ob das Schützenfeste oder Vereinsjubiläen sind, Sportwoche oder andere Wettkämpfe, Altenweihnacht, Volkstrauertag, Büttenabend, Grillveranstaltungen oder den Winterball. Zu allen Veranstaltungen des Hauptvortands werden Vertreter oder die Heimatgruppe geschickt.

Oft werden Deutsche Wandertage besucht. Bis heute besteht ein enger Kontakt zu der Folkloregruppe "Volkedänzer Alükke" aus Randers.

Die Heimatgruppe zeigt Harzer Brauchtum in ganz Deutschland. Seit 1973 wird jedes Jahr am 1. Mai eine offene Wanderung für jedermann durchgeführt.

Mehrere hundert Personen aus Pöhlde und Umgebung beteiligen sich jedes Jahr. Für alle Wanderer und Gäste wird ab Mittag auf "König Heinrichs Vogelherd“ außer Essen und Trinken ein Folklorenachmittag dargeboten.

Anfang der 80iger Jahre haben Freunde des HZV einen einsatzfähigen Selbstbinder und eine Mähmaschine zur Verfügung gestellt. Der Verein bietet alle 2 Jahre einen Ernteeinsatz nach "Großväter-Art" an. Viele Leute aus Nah und Fern sind erstaunt, wenn sie sehen, wie Feldarbeit früher war.

Jedes Jahr im Spätherbst veranstaltet der HZV einen großen Heimatabend mit einem 2 - 3 Std. Theaterstück.

Das Vereinsjahr endet mit einer Jahreshauptversammlung.

Da in diesem Bericht nicht sämtliche Aktivitäten aufgeführt werden konnten, sind die wichtigsten Punkte herausgegriffen.

Die Bemühungen des Vereins in Unterhaltung des Fremdenverkehrs, die Schaffung, Instandhaltung und Beschilderung der Wanderwege im Raum Pöhlde, sowie die Erstellung von Ruhebänken, ferner die Bewahrung alten Harzer Brauchtums sind die Hauptaufgaben des Zweigvereins.

Diese Tätigkeiten nahmen von Jahr zu Jahr zu.

Am Sonntag, den 29. Juni 1997 gegen 21.30 Uhr verdunkelte sich der Himmel über dem 1000 jährigen Pöhlde und ein Jahrhundert Gewittersturm aus Richtung Rhumspringe raste mit Orkanböen über den Rotenberg und Pöhlde. Fast unser ganzes Wandergebiet wurde dem Erdboden gleichgemacht. Sehr viele Häuser hatten Sturmschäden. Die meisten Bäume im Dorf, an der Oder, am Sportpatz und am Schützenplatz riss der Orkan um.

Auf dem Rotenberg über Pöhlde standen nur noch Stümpfe. Ein Bild des Grauens. Auf dem Grillplatz entstand ein Sachschaden von ca. DM 15.000,-- Er ist vielleicht für Jahre nicht nutzbar. Der Pöhlder Forstgenossenschaft entstanden Schäden in Millionenhöhe.

Ein rabenschwarzer Tag für unseren Ort.

Im März 1998 wurde wieder eine neue Kindergruppe ins Leben gerufen.

Trude Althaus, Ilona Gropengießer, Erika Schröter und Anja Lange übernahmen das Einüben von HZV-Liedern und -Tänzen. 20 - 25 Kinder trafen sich einmal wöchentlich bei Andres. Es konnte sogar eine kleine Musikgruppe daraus entstehen. Mit Zitherspiel und Akkordeon trat man bei verschiedensten Veranstaltungen auf. Sogar in der Kirche. Die Jahre für die Heimat- und Kindergruppe vergingen sehr schnell. Jedes Jahr wurde ein Theaterstück eingeübt, neue Lieder und Tänze. Die auswärtigen Heimatabende wurden aber mit der Zeit immer weniger.

2006 wurde mit der Kindergruppe erstmalig das Musical "Joseph" eingeübt. Nach langen Überlegungen ob es wohl bei der Bevölkerung ankommt, füllte sich der Saal bei Andres zunehmend, so dass bei der 1. Aufführung ca. 270 Zuschauer anwesend waren. Im Januar 2007 wurde es erneut mit ca. 150 Zuschauern aufgeführt.

Jetzt in 2007 laufen die Proben für das nächste Musical "Moses auf vollen Hochtouren. Die Theaterspieler werden wahrscheinlich in 2008 wieder auf der Bühne zu sehen sein.

Die Arbeiten an den Wanderwegen und auf dem Grillplatz wurden und werden durch viele freiwillige Helfer und dem stellvertretenden Wander- und Wegewart Stefan Lange durchgeführt.

Desweiteren stehen Forstgenossenschaft, Realgemeinde, die Firma Korbien und das Sägewerk Spieß, Volksbank und Sparkasse sowie die Reddersenstiftung und die Dr. Frössel Stiftung, die Stadt Herzberg mit ihren ABM Kräften weiterhin wohlgesonnen dem HZV gegenüber. Sei es in finanzieller oder materieller Art.

Der Verein schaffte neue Geräte ( Rasenmäher und Motorsense ) sowie Kinderkarussell, Klettergerüst und Wippe und zusätzliche Sitzgruppen für den Grillplatz an.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht nicht nur Harzer Brauchtum zu verbreiten, sondern auch bei öffentlichen Veranstaltungen präsent zu sein, den Umwelttag durchzuführen, bei Geburtstagen, Ehejubiläen und bei Beerdigungen zur Stelle zu sein.

In 2007 gab es wieder einige Veränderungen im Vorstandbereich: Dieter Heidelberg legte nach 10 Jahren als 1. Vorsitzender sein Amt nieder und übergab es an Rüdiger Herzberg.

Rudi Walli verließ aus Altersgründen den Vorstand. Günter Rögener verstarb.    zum Anfang